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Coole Sache - "Carro Hg" für den Schnellgüterzug

Kühlwagen für den Sg 5295: Das Modell des Schnellgüterzugs Sg 5295 wird neben "Carro F" und "Carro FF" auch vier italienische Kühlwagen "Carro Hg" enthalten. Letztere entstammen dem Kit No. 2 von TTM (TT Modellismo), welches aktuell in Neuauflage (mit Nachbildung der neuen Achslager) erhältlich ist. Interessant ist, dass Italeri den (identischen?) Bausatz parallel unter der Nummer 8704 vertreibt - wobei hier noch die alten Achslager beiliegen könnten.

Es sollen vier Wagen entstehen, da jedem Kit No. 2 von TTM Decals für exakt diese Anzahl an Modellen beiliegen. Perfekt. Aktuell entstehen erst einmal zwei Modelle, von denen eines mit den alten Achslagern (durch Tausch der Lager mit einem "Carro F") ausgerüstet wird.

Die Kühlwagen erhalten geätzte Zurüstteile aus dem AW Lingen, wie es auch bei meinen bisherigen TTM-Modellen der Fall war. Dieses Mal werden jedoch zusätzlich Rundprofile von Evergreen verwendet, um die Bremsanlage zumindest rudimentär andeuten zu können. Dies kann man auf den Fotos, die vor der Grundierung entstanden sind, recht gut erkennen. Nichts Besonderes, keine Bremszylinder oder weitere Details, aber besser als nichts. Und das bei sehr überschaubarem Aufwand.

Im Internet findet sich relativ leicht nach kurzer Suche (Stand Juli 2018) eine Seite mit schönen Fotos der originalen Bremsanlage eines "Carro F", der von einem italienischen Eisenbahnverein restauriert wird. Beim Sichten dieser Bilder wird schnell klar, dass zwar die Verbindungsstangen der Bremssteller bei meinen Modellen dem Original entsprechen, die beiden auf diesen Verbindungen aufgelegten Querstangen hingegen nur der Optik dienen und mit der realen Ausführung nichts gemeinsam haben.

Die Farbe für den Wagenkasten entsteht durch Mischen nahezu gleicher Teile Weiß und Weißaluminium. So lässt sich tatsächlich ein halbwegs gescheiter Metalleffekt erzielen. Die Lackierung der "Carro Hg" im Maßstab 1:1 wirkt (zumindest auf mich beim Sichten von Fotos) im Betrieb der späteren Betriebsjahre eher mattweiß oder -grau. Dazu kamen z.T. Rost und Farbausbesserungen.

Schön ist es, wenn einem falsche Details erst nach Zusammenbau der Wagen auffallen: Der "Carro Hg" besaß gar nicht die schmalen Dachüberhänge über den Türen, wie sie beim "Carro F" vorhanden sind, aber leider liegt dem Kit ein entsprechendes Dach bei. Ich musste somit bei den zwei fast fertigen Modellen vorsichtig das Bastelskalpell anzusetzen und habe wieder etwas gelernt. Witzig ist, dass TTM das Dach auf den auf und in der Verpackung des Kits gezeigten Modellfotos korrekt darstellt. Ich vermute, dass nur die Neuauflage des Kits das Dach des "Carro F" enthält. Hier sollten also in jedem Fall direkt nach dem Trennen des Dachs vom Spritzling Messer und Feile zum Einsatz kommen.

Bremsecken in richtiger Höhe

Bei der Positionierung der Bremsecken habe ich mich leider an dem Foto eines Fertigmodells im Internet orientiert. Das war ein Fehler, denn die Bremsecken müssen doch ein wenig niedriger sitzen (siehe rechtes Foto vom Roco FF, so ist es nach Abgleich mit Betriebsaufnahmen korrekt). Egal, bei meinen nächsten Kit-Modellen werden die Ecken auf jeden Fall in der richtigen Höhe angebracht. Und es werden weitere fehlende Details mit Evergreen-Profilen nachgebildet werden (bspw. der Steg am Querträger unter den Türen).

Der Wagenkasten erhält abschließend eine Schicht Weinert-Klarlack ohne Mattierung, damit der ohnehin schon recht dürftige Metalleffekt zumindest minimal erhalten bleibt. Dach und Fahrgestell erhalten dagegen eine matte Schicht Klarlack, nachdem auch die Bremssteller ihre vorbildgetreuen Farben erhalten haben. Anschließend erfolgt die Patinierung mit Pastellkreide im Abgleich mit Originalfotos aus den 70er Jahren, bevor der vorläufige Abstellort in der Vitrine angesteuert wird. Ich patiniere derzeit nach dem Aufbringen des Klarlacks, was den Vorteil hat, dass ich später noch Korrekturen oder Nacharbeiten vornehmen kann.

Zur Breite des Wagenkastens bei TTM: Beim "Carro F" laufen die Schiebetüren natürlich vor den Seitenwänden des Wagenkastens, wohingegen sich die seitlich angeschlagenen Türen des "Carro Hg" in gleicher Ebene mit den Seitenwänden befinden. Die Dachbreiten beider Fahrzeuge sind hingegen identisch. Der Wagenkasten des "Carro Hg" fällt somit an den Wagenenden im Vergleich zum "Carro F" etwas breiter aus, was bei TTM korrekt dargestellt wurde: Der "Carro F" hat im Modell eine Wagenkastenbreite von etwa 30,9 mm, während der "Carro Hg" rund 2 mm breiter ist. Das fällt auch optisch sofort ins Auge.

Interessant ist die Größe der Pufferteller, wenn man sich mein Foto vom fertigen Modell mit dem direkt daneben stehenden Roco "Carro FF" (das aktuelle 2018er Modell mit Nachbildung der Bremsanlage, korrekten Aufstiegstritten etc.) ansieht. Die Pufferteller beim Roco-Modell sind deutlich größer. Wer liegt hier richtig, wer falsch?

Bilderliste: 
Carro Hg
Carro Hg
Carro Hg
Carro Hg
Carro Hg